Moin!

Meine Wetter-App begrüßte mich am Donnerstagmorgen mit einer amtlichen Warnung: „Es tritt leichter Frost bis -3 °C auf“, meldete der Deutsche Wetterdienst. Für mich war das nicht weiter schlimm – ich zog eine dicke Jacke an und gut. Immerhin schien sogar die Sonne. 

Für hunderte Menschen in Hamburg war die eiskalte Nacht die erste, die Sie nach den Wintermonaten im Freien verbringen mussten: Die Stadt beendete am Mittwoch planmäßig das Winternotprogramm für Obdachlose – Frostwarnung hin oder her. Wie jedes Jahr sorgt das für reichlich Kritik – sogar ein Aktionscamp gibt es noch bis Sonntag auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz (ein Interview mit den Organisator:innen finden Sie hier). 

Als die Betroffenen am Mittwoch in die Kälte geschickt wurden, war mein Kollege vor Ort und hat Gespräche mit ihnen geführt. „Man wird einfach rausgeschmissen. Anders kann man es nicht sagen“, sagte ihm der 50-jährige Lüneburger Arno, der mit Zelt und Schlafsack von dannen zog. Weitere Eindrücke von vor Ort finden Sie hier

Am Dienstag ist unsere April-Ausgabe erschienen, Titelzeile: „Schätze aus der Mülltonne“. Für das Titelbild hat uns Wolfgang Wiler einen Pfandsammler illustriert, der in einem Mülleimer wühlt – und mit dem Abfall anderer Menschen seinen Lebensunterhalt aufbessert. Darum widmen wir uns im Schwerpunkt der Frage, was man aus Müll alles machen kann. Neben einer Pfandsammel-Reportage können Sie ein Interview mit einer Recycling-Expertin lesen und erfahren, wo es Hamburgs ersten Second-Hand-Baumarkt gibt. 

Das Magazin erhalten Sie gedruckt oder digital bei unseren Verkäufer:innen, außerhalb können Sie es auch online kaufen. Vielleicht nutzen Sie die Feiertage ja, um in unserem Archiv zu wühlen – denn ältere Ausgaben können Sie auch in Hamburg über unsere Homepage kaufen. Zum Beispiel unsere April-Ausgabe aus dem Jahr 2024 mit dem Schwerpunkt Schlaf. Darin finden Sie unter anderem eine zeitlose Reportage darüber, wie Obdachlose ihre Nächte verbringen – und wie gut ihr Schlaf ist. Spoiler: Gar nicht gut. 

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes langes Wochenende! 

Ihr Benjamin Buchholz

 
Schreiben Sie mir: 
benjamin.buchholz@hinzundkunzt.de

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Schätze aus der Mülltonne

Müll als Chance: Mit einem Pfandsammler durch Hamburg und zu Besuch in einem Second-Hand-Baumarkt. Außerdem: ein Camp gegen Obdachlosigkeit und Bodo Wartke im Interview über mehr als seinen Tiktok-Hit.

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Ein Camp gegen Obdachlosigkeit

Kreativer Protest: Zum Ende des Winternotprogramms entsteht auf dem Hamburger Gerhart-Hauptmann-Platz eine Zeltstadt. Auch Obdachlose machen mit.

Eine ganz und gar nicht stille Karwoche erwartet dieses Jahr die Hamburger City, geht es nach dem Willen von engagierten Menschen aus der Wohnungslosenhilfe. Pünktlich zum Ende des Winternotprogramms bauen sie ab dem 31. März auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz eine kleine Zeltstadt gegen Obdachlosigkeit auf – und laden rund um die Uhr zu Lesungen, Konzerten und öffentlichen Diskussionen ein. „Wir wollen Sozialarbeiter:innen, Politiker:innen aber auch Passant:innen mit Obdachlosen ins Gespräch bringen und Lösungen suchen, wie wir die Obdachlosigkeit beenden können“, sagt Camp-Organisator Christian Oppermann.

Der Zeitpunkt für das Protestcamp ist aus gutem Grund gewählt: Bis zu 700 Obdachlose werden am Morgen des 1. Aprils zurück auf die Straße geschickt. Dann schließt das Winternotprogramm seine Türen, und für die Großzahl der Nutzer:innen fehlen Wohnungen oder Unterkunftsplätze. Das politische Camp in der City – das auch von Hinz&Kunzt unterstützt wird – soll ihnen einen Rückzugsort zum Schlafen und Essen bieten und zugleich durch das Kulturangebot „zu einer schönen Abwechslung zu dem schweren Leben auf der Straße werden“, sagt Eli Weger.

Die Camp-Sprecherin hat die Hoffnung aufgegeben, dass Hamburg – wie auf Senatsebene beschlossen – die Obdachlosigkeit bis 2030 abschaffen wird. Jede:r könne selbst die zunehmende Verelendung auf den Straßen sehen. Die Aktivistin ist zugleich Realistin genug, um zu erkennen, dass daran auch ein Protestcamp so schnell nichts ändern wird. Doch im Unterschied zu Kundgebungen und Demonstrationen will das bis Ostersonntag angemeldete Camp auch Vorurteile abbauen und um mehr Verständnis für die Betroffenen werben.

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